
Tomatensauce selber machen — aus der Dose, besser als gekauft
Yvonne Ammann VeganZwiebel und Knoblauch in reichlich Olivenöl weich dünsten, zwei Dosen ganze Pelati mit der Hand zerdrücken, dazu, mit Salz, einer Prise Zucker und einem Zweig Basilikum 30 Minuten offen köcheln. Ganze Dosentomaten sind besser als gehackte, und die Zeit macht die Säure weg.
Eine gute Tomatensauce ist das nützlichste Rezept in der Küche: Sie ist die Basis für Pasta, Pizza, Lasagne, Auflauf, Shakshuka und Ratatouille. Sie besteht aus vier Zutaten und einer halben Stunde, und sie schlägt jedes Glas aus dem Regal — die enthalten meist Zucker und Stärke, weil sie nicht lange genug gekocht wurden. Dosentomaten sind dabei kein Kompromiss: Sie werden reif geerntet und sind ausserhalb des Sommers besser als frische.
Zutaten
- 2 Dosen Pelati (ganze Tomaten, je 400 g)
- 1 Stück Zwiebel
- 3 Stück Knoblauchzehen
- 4 EL Olivenöl
- 1 TL Salz
- 1 TL Zucker
- 1 Zweig Basilikum
- Pfeffer
Zubereitung
- 1
Zwiebel dünsten
Zwiebel fein hacken, Knoblauch in Scheiben. Im Olivenöl bei mittlerer Hitze 8 Minuten weich dünsten, ohne dass sie Farbe nehmen. Das Öl ist Geschmack, nicht sparen.
- 2
Tomaten zerdrücken
Pelati mit dem Saft in eine Schüssel geben und mit den Händen zerdrücken. Das ergibt eine bessere Konsistenz als der Mixer — kleine Stücke, nicht Püree.
- 3
Köcheln
Tomaten zur Zwiebel geben, Salz, Zucker und Basilikumzweig dazu. Aufkochen und bei kleiner Hitze 30 Minuten offen köcheln, gelegentlich rühren, bis die Sauce dick ist und das Öl an der Oberfläche glänzt.
- 4
Abschmecken
Basilikum entfernen, pfeffern, probieren. Zu sauer? Noch eine Prise Zucker oder ein Stück Butter. Zu dick? Ein Schuss Nudelwasser.
Tipps
- Doppelte Menge kochen. Die Sauce hält eine Woche im Kühlschrank und sechs Monate im Tiefkühler — in Portionen für eine Pizza oder eine Pasta für vier.
- Die Varianten: 1 TL Chiliflocken für Arrabbiata, 100 g Speckwürfeli für Amatriciana, 1 dl Rahm für Tomatenrahmsauce, 200 g Hackfleisch für eine schnelle Bolognese. Alles derselbe Anfang.
- Auf Dosentomaten «San Marzano» oder «Pelati» achten. Gehackte Dosentomaten sind oft fester und wässriger, weil sie mit Calciumchlorid behandelt sind — ganze zerfallen besser.
Was kann ich ersetzen?
Nur im Sommer mit Schweizer Tomaten. 15 Minuten länger kochen, weil sie mehr Wasser haben.
Das Rüebli mit der Zwiebel dünsten — es süsst natürlich. Butter am Schluss rundet die Säure ab.
Oregano macht sie pizzatauglich, Lorbeer neutraler für Aufläufe.
Nährwerte pro Portion
Geschätzte Werte auf Basis der Zutaten.
Häufige Fragen
Warum ist meine Tomatensauce sauer?
Zu kurz gekocht oder zu wenig Fett. Die Säure der Tomaten baut sich über 30 Minuten ab, und Olivenöl rundet sie ab. Hilft das nicht: eine Prise Zucker, ein Stück Butter oder eine Messerspitze Natron — das neutralisiert die Säure sofort.
Frische oder Dosentomaten für die Sauce?
Dosentomaten, ausser im Sommer. Sie werden vollreif geerntet und sofort verarbeitet; Supermarkt-Tomaten im Winter sind unreif gepflückt und wässrig. Eine Dose Pelati kostet bei Migros und Coop rund 1 CHF — die Sauce für vier ist damit unter 2 CHF.
Wie lange hält selbstgemachte Tomatensauce?
Eine Woche im Kühlschrank im geschlossenen Glas, sechs Monate im Tiefkühler. Heiss in sterile Gläser gefüllt und sofort verschlossen hält sie ungeöffnet mehrere Monate im Keller.
Wie viel Tomatensauce pro Person?
Etwa 1 dl pro Portion Pasta — Pasta soll überzogen sein, nicht schwimmen. Das Rezept ergibt rund 6 dl, also für sechs Portionen Pasta oder zwei Pizzen.
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